Eine Idee in die Tat umgesetzt

Mit der Grün-Weiß-Gründung r.d. Ems ein Vacuum geschlossen

In ihrer Ausgabe vom 26. Mai 1982 berichtete die "Münsterländische Volkszeitung" erstmals unter "Sportthema des Tages" über Grün-Weiß Rheine. Damals - so war zu lesen - stand die Vereinsgründung kurz bevor. Ein Initiativkreis um unseren damaligen 1. Vorsitzenden Heinz Pollee hatte sich zusammengefunden, um die Gründung eines neuen Sportvereins vorzubereiten, dessen Hauptaugenmerk zunächst dem Fußball gelten sollte. Es hatte zuvor schon viele Diskussionen gegeben, wobei sich anfangs das Für und Wider die Waage hielten, sehr schnell aber der Optimismus durchschlug und der Entschluß reifte, den Schritt zu wagen und einen Weg einzuschlagen, der gezielt auf Breitenarbeit hinsteuern sollte.

Unser erster Vorstand

Unser erster Vorstand: v.l.: Franz Kamper, Volker Leder, Harald Florack, Josef Schraven, Siegfried Wiethoff, Heinz Pollee, Manfred Wagner, Günther Woestmann, Manfred den Ouden, Günter Borgmann.

Die Versammlung, über die in der "Münsterländischen Volkszeitung" am 26. Mai 1982 berichtet wurde, hatte zwei Tage zuvor, am Montag, dem 24. Mai, im Sportheim an der Kopernikusstraße stattgefunden. In kleinem Kreis besprachen die Initiatoren die letzten entscheidenden Schritte. Die Entschlossenheit dieser Männer war durch nichts zu erschüttern; ihr Ziel stand fest, nämlich schon für die Saison 1982/83 Mannschaften für den Punktspielbetrieb zu melden. Heinz Pollee erklärte damals:

"Wir sehen mit Optimismus und Zuversicht dieser Vereinsgründung entgegen. Sie ist keinseswegs unrealistisch, denn aus Vorgesprächen wissen wir, daß sehr viele, auch ehemalige Funktionäre aus den Vereinen BV und 09, hinter uns stehen. An Mitarbeitern wird es uns nicht mangeln, auch nicht an Interessente, die sich uns als Mitglieder anschließen wollen."

Meister 1983

Mit Nachdruck wurde schon auf dieser Versammlung herausgestellt, daß nicht Konkurrenzdenken Grundgedanke der Vereinsgründung war. Vielmehr sollte eine Lücke im rechtsemsischen Rheine, im Schotthock und in Eschendorf, geschlossen werden. Ein weiterer ganz wesentlicher Aspekt war auch, der Geselligkeit innerhalb einer Sportgemeinschaft zu neuer Blüte zu verhelfen. Hier, so hieß es, wolle der Verein ganz Entscheidenes leisten. Es sollte die Tradition früherer Vereinsfeste im Schotthock und in Eschendorf wieder aufleben.

Bereits zum Zeitpunkt dieses Zusammentreffens war erkennbar, daß genügend Spieler dem neuen Verein beitreten würden, um zumindest eine Senioren-Mannschaft stellen zu können. Auch die Hoffnung auf sofortige Präsentation je einer Jugend- und Schüler-Mannschaft war nicht unbegründet, denn zumindest im Schotthock waren viele fußballbegeisterte Jungen vereinsmäßig heimatlos. Um dem schnellstens abzuhelfen, waren die Initiatoren bestrebt, auf dieser Versammlung die Weichen für einen Verbandsbeitritt, um noch vor Beginn des nächsten Spieljahres in den Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen aufgenommen zu werden. Unterstützung auf diesen Weg erhielten Heinz Pollee und seine Mitstreiter vom Fußballkreis Steinfurt. Staffelleiter Hans Schüler, bestens vertraut mit den Regeln, die es bei der Anmeldung zu beachten galt, stand in dieser Versammlung und in den folgenden Wochen mit vielen Ratschlägen und persönlicher Hilfe zur Seite.

Pokalsieger 1983

Beschlossen wurde an diesem Abend, im Juni eine Gründungs- und anschließend eine Mitgliederversammlung einzuberufen. Bis dahin sollte schon vieles konkretisiert, sollten entscheidende Weichen gestellt sein. Mit der Zustimmung des Verbandes, den "SV Grün-Weiß" in seinen Reihen aufzunehmen, rechnete man fest. Doch selbst wenn das so kurzfristig nicht klappen würde, die Gründung war beschlossene Sache, das unterstrich Heinz Pollee an diesem Abend unmißverständlich: "Wir haben uns vorgenommen, den Weg der Veieinsgründung zu gehen, auf Biegen und Brechen. Ein Zurück gibt es nicht!"

Ermutigenden Zuspruch für ihren Schritt erhielten die Initiatoren im Anschluß an diese Versammlung durch den Kreisvorsitzenden Theo Gläseker (VFB Rheine), der im Bericht der Münsterländischen Volkszeitung wie folgt zitiert wurde: "Ich warte schon lange darauf, daß sich rechts der Ems was tut. Hier ist einfach ein zu großes Niemandsland entstanden. Neugründungen sind immer im Interesse des Verbandes und deshalb begrüße ich sie. Ich bin überzeugt, daß sich daraus viel machen läßt." Schon zuvor hatte Gläseker in Gesprächen mit Heinz Pollee die Neugründung befürwortet und größtmögliche Unterstützung signalisiert.

Unsere Zweite 1983

Am Mittwoch, dem 9. Juni 1982, wurde der Sportverein Grün-Weiß Rheine aus der Taufe gehoben. Die Initiatoren und Wegbereiter, an ihrer Spitze Heinz Pollee und Volker Leder, trafen sich im Sportheim an der Kopernikusstraße, um den Gedanken der Vereinsgründung in die Tat umzusetzen. Insgesamt waren es elf Gründungsmitglieder, die sich an diesem Abend zusammenfanden, nämlich Heinz Pollee, Volker Leder, Harald Florack, Günther Woestmann, Josef Schraven, Franz Kamper, Hermann Perrevoort, Manfred den Ouden, Paul Wilmes, Hans Schüler und Norbert Roreger. Für den überwiegenden Teil von ihnen war die Arbeit an der Spitze eines Sportvereins kein Neuland. Viele konnten auf Erfahrung bezüglich der Vereinsarbeit zurückblicken. Das war ein wichtiger Grundstock für die noch zu leistende Pionierarbeit. Alle waren bereit, nicht nur eine Aufgabe zu übernehmen, sondern besonderes Engagement zu entwickeln, Ideen in ihre Arbeit einzubringen und mit großer Aktivität das Vereinsleben mitzugestalten.

Heinz Pollee erläuterte zunächst die "grün-weißen" Ziele. Ganz besonders gelte es, neben sportlicher Breitenarbeit das gesellige Leben in den Ortsteilen Schotthock und Eschendorf wieder zu beleben und in Zukunft in hohem Maße zu pflegen. Beides war in dieser Region nach den vorausgegangenen Fusionen - BV und 09 zum FC und später FC und Rot-Weiß zum VFB - völlig zum Erliegen gekommen. Traditionen erlebnisreicher BV- und 09-Zeiten gelte es wieder aufleben zu lassen. Ausdrücklich wandte sich Heinz Pollee an die Bundeswehrangehörigen. Sie sollten im Sportverein Grün-Weiß eine sportliche Heimat finden. Mit Freude vermerkte er, daß viele Soldaten bereits ihre Bereitschaft bekundet hätten, dem neuen Klub beizutreten und aktiv mitzuwirken. Er wertete das als eine erfreuliche Tendenz. Man werde alles tun, um Grün-Weiß als neue Integrationsmöglichkeit offen zu halten, damit Soldaten in ihrem neuen Standort heimisch würden. Dann verkündete er den Wahlspruch der Initiatoren: In allem was wir tun, machen wir Nägel mit Köpfen.